Geistige Weite und irdische Präsenz.

Geistige Weite und irdische Präsenz.

Die erste Einheit im Modul 3. Ich gebe zu, ich bin beeindruckt, mich hier immer noch schreiben zu sehen. Wenn wir anfangen, die Fragen an das Innere zu richten und abwarten, welche Antwort sich zeig, scheint es sehr bald, als würde dieser Prozess bereits ewig andauern.

Einheit 15. Im Körper zu Hause.

Reflexion: Wo in mir bin ich zu Hause? Wie oft bin ich abwesend?
Aufgabe: Gib dir ein paar ruhige Augenblicke und fühle in deinen Körper. Wandere von den Füßen bis zum Kopf. Kannst du physisch in Anbindung gehen? Notiere deine Empfindungen und Ergebnisse im Anschluss.

Ergänzende Reflexion im Anschluss.

  1. Wo in deinem Körper beginnt das Zuhause?
  2. Und wie fühlt es sich an, wenn du in dir ankommst mit der Absicht, ihn nicht nur zu fühlen, sondern ganz zu bewohnen?

Mein Ergebnis.

Ich bin so in meinen Fühlen verhaftet, dass es sich durchaus anfühlt wie immer bei mir sein. Aber das hat zugegebener Maßen nicht immer viel mit der bewussten Anwesenheit in der Physis zu tun. Und wie ich das feststelle, wird mir auch bewusst, welche Bedeutung das hat. Das ist vermutlich die Erdung, von der man immer so viel hört. Und welche mir fehlt. Präsent sein, geistig, hört hier nicht auf. Sondern kommt erst zur Geltung, wenn wir uns gleichzeitig mit der Materie verbinden. Dem Körper. Und das wird mir gerade sehr deutlich gezeigt.

Symbolisch ergänzt:

  1. Das zu Hause Gefühl beginnt irgendwo in einem Bogen zwischen Herz und Stirn.
  2. Ich fühle eine Art Zerrissenheit. Weil es mich aus meiner geistigen Heimat lockt. Also irgendwie so, denn im Geiste fühle ich mich ruhiger, weniger antastbar. Wenn ich in den Körper komme, umgibt mich plötzlich so vieles, wo ich vorher nur ganz allein mit mir war. Ich empfinde eine große Irritation und Verunsicherung. 

 

Geistige Weite und irdische Präsenz.

Ergänzende Symbolik. Die Biene.

Die Biene ist ein uraltes Symbol für Fleiß, Gemeinschaft und die Kunst, aus dem Kleinen das Große zu erschaffen. Sie lebt in einem hochorganisierten System, das auf Kooperation und gegenseitige Fürsorge basiert. Gleichzeitig ist sie ein Sinnbild für Genuss und Süße. Schließlich produziert sie Honig, das goldene Elixier aus Blütenstaub. Sie erinnert uns daran, dass Arbeit heilig sein kann, wenn sie mit Sinn, Hingabe und innerem Rhythmus getan wird.

Die Biene wird zum Spiegel der Rückkehr in den Körper.
Sie ist klein und fliegt oft unbemerkt durch die Welt, doch ihre Wirkung ist gewaltig. Ebenso ist unser Körper im Hintergrund aktiv. Unser Geist, unser Fühlen nehmen viel Raum ein. Wie die Biene von Blüte zu Blüte tanzt, darfst du deinen Körper von Empfindung zu Empfindung neu erkunden. Nicht um etwas zu leisten, sondern um Präsenz zu finden.

Wie die Biene den Bienenstock verlässt, um zu wirken, so verlassen auch wir unseren Körper im Geiste, um das Unsere zu wirken. Doch wie die Biene stets zurückkehrt, kehren auch wir zurück. In unseren Körper, unser Zuhause, das unsere geistige Wirkkraft in der Materie verankert.

In unserem Geist sind wir unberührt, weit, sicher. Dort wohnt unsere Heimat, die uns trägt. Wenn wir in den Körper kommen, tritt die Welt näher. Sie berührt uns, fordert uns, spricht zu uns. Und das fühlt sich manchmal an wie ein Verlust. Ein Herausgerissenwerden aus der Stille. Doch vielleicht sind wir nicht herausgerissen, sondern eingeladen, die Stille mitzunehmen. In die Nähe. In den Kontakt. In unser Hiersein.

Ein tiefer, sehr ehrlicher Moment. Es klingt, als würden wir gerade den Übergang zwischen geistiger Weite und irdischer Präsenz intensiver wahrnehmen und dabei die Spannung spüren, die zwischen beidem liegt.