Dein Platz ist kein Ort.

Heute finden wir heraus, wie sich unser Platz in der Welt aus unserer inneren Wahrheit formt. Einheit 41 führt uns hinein in das subtile Spiel zwischen Erkennen und Anerkennen, zwischen innerem Impuls und äußerer Bewegung. Und während wir unserem eigenen Werden lauschen, zeigt sich, dass unser Platz nicht gefunden, sondern erschaffen wird. Schritt für Schritt entlang eines Weges, der mit uns zusammen entsteht.

Einheit 41. Dein Platz in der Welt.

Impuls: Wo will ich wirken? Mit wem? Wie?
Aufgabe: Erstelle ein Mood Board. Egal ob digital oder als analoge Collage. Formuliere anschließend aus: Ich nehme meinen Platz ein.

Ergänzende Reflexion im Anschluss.

  1. Wo erschaffe ich gerade selbst den Raum, den ich suche? Und wie kann ich diesen Prozess bewusster würdigen?
  2. Welche meiner Fähigkeiten, Ausdrucksweisen oder Gaben möchte ich wieder in den Kreislauf meines Lebens integrieren, damit mein Platz noch vollständiger wird?

Mein Ergebnis.

Ich nehme meinen Platz ein. Ein Platz, der viele Orte kennt. Mein Moodboard zeigt Reisen, zeigt Hände. Heilende Hände, arbeitende Hände. Kreationen mit Worten. Kreationen mit Klängen. Kreationen mit Textilien. Heilung. Berührung. Mein Platz in der Welt ist unbestritten. Mein Platz in der Welt ist nicht durch andere besetzt. Mein Platz in der Welt ist jener, den ich mir aussuchen. Und dabei handelt es sich keineswegs um statisches aussuchen. Im Gegenteil. Durch jeden Schritt, den ich tue, verändert sich die Landschaft. Durch mein Erkunden wird das Erkundete überhaupt erst gefunden. Nichts existiert, bis wir zusammenkommen.

Mein Platz findet sich nicht dort, wo viele andere bereits auf ihre Erlösung warten. Mein Platz in der Welt ist einer, der durch mich entsteht. 

Symbolisch ergänzt:

  1. Mit jedem Blick nach Innen erkunde ich einen Raum, der mir die Weite im Außen zugänglich macht. Mit jeder Facette, die ich erkunde, kann ich eine weitere Begrenzung auflösen. Ich erkenne. Und in folge dessen erlaube ich das Anerkennen. Dieses Anerkennen ist weich, nicht intellektuell, sondern existenziell. Es lässt das Erkannte in den eigenen inneren Raum hinein. Erkennen zeigt mir, was ist. Anerkennen erlaubt diesem, da zu sein. Damit löst sich die Spannung und das So-Sein wird nicht länger bezweifelt oder bekämpft.
  2. Meine hohe Sensibilität möchte bewusster werden. In den unerwünschten Symptomen erkenne ich heute ganz deutlich einen Zusammenhang, den ich jetzt aber noch nicht genügend ergründet habe. Hier öffnet sich ein Prozess, der vielleicht schon seit ewiger Zeit darauf wartet, seine Wirkung zu entfalten.

Die stille Ordnung.

Ergänzende Symbolik. Der Uroboros.

Der Uroboros, die Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, steht seit uralten Zeiten für den ewigen Kreislauf von Werden, Vergehen und Erneuerung. Er symbolisiert Ganzheit, Selbstgenügsamkeit und das tiefe Wissen, dass alles, was entsteht, aus der eigenen Quelle kommt und dorthin zurückfließt. Als Zeichen präsentiert er sich oft genau dann, wenn wir an den Punkt kommen, an dem wir begreifen: Unser Weg ist kein geradliniger Marsch nach vorn, sondern eine lebendige Bewegung, die sich selbst fortwährend erschafft.

Übertragen auf unseren Platz im Leben eröffnet der Uroboros eine besondere Perspektive. Dieser Platz ist kein äußerer Ort, der auf uns wartet. Er entsteht durch uns selbst und mit uns. Im stetigen Wechselspiel zwischen innerem Impuls und äußerer Handlung. Genau hier liegt eine kostbare Erkenntnis. Die Landschaft verändert sich mit jedem Schritt. Das Erkunden erschafft das Erkundete. Und nichts existiert wirklich, bis wir ihm begegnen.

Das ist der Uroboros in Bewegung. Unsere Kraft erschafft den Raum, den wir einnehmen wollen. Unsere Hände, Reisen, Kreationen. Gleich ob aus Wort, Klang, Berührung oder anderweitigem Material. Sie sind Ausdruck dieser zyklischen schöpferischen Natur. Wir erkennen uns gleichzeitig als Ursprung, Weg und Manifestation. Unser Platz formt sich nicht trotz, sondern durch uns.

Mein Platz ist nicht dort, wo ich gesucht habe. Er entsteht dort, wo ich mich zeige.

Unser Platz ist womöglich nicht dort, wo wir ihn vermutet haben. Denn er entsteht, wo wir uns zeigen. Die ungerichtete Suche wird uns ungerichtete Ergebnisse liefern. Und doch wächst mit jeder Wahrnehmung unsere innere Landschaft. Im Erkennen und Anerkennen lösen sich hier alte Spannungen. Raum für Raum nähern wir uns dem, das auf unsere Präsenz gewartet hat.

Der Uroboros erinnert uns: Wir sind der Ursprung, der Weg und der Ausdruck zugleich. Aus uns entsteht, was uns ruft. Ob wir mit den Zwischenergebnissen einverstanden sind oder nicht. Wir nehmen unseren Platz ein, in einem Kreislauf, in dem wir wirken. Egal wie bewusst, weich oder ausgerichtet schöpferisch. Eine Erkenntnis beendet nicht die Reise. Er eröffnet uns lediglich den Zugang zum nächsten Kreis, in dem Erkenntnis zum Lebensweg werden kann.